Gesundheit und Homeoffice

Gesundheit und Homeoffice

Pro und contra Telearbeit

Viele Arbeitnehmende haben (laut einer Studie der DAK aus dem Sommer 2020) eine positive Erfahrung mit dem Home Office gemacht. Danach wollen gut 77 % der Beschäftigten, die erst seit der Corona-Krise regelmäßig von der eigenen Wohnung aus arbeiten, die Telearbeit auch in Zukunft – zumindest teilweise – beibehalten. Es gibt viele Vorzüge: Man spart zum Beispiel Zeit, weil der Arbeitsweg wegfällt, kann flexibler im Haushalt und hinsichtlich der Familie reagieren und gesunde Lebensmittel im eigenen Zuhause zubereiten. Eine Forsa-Umfrage zeigt jedoch: Die Arbeit von zu Hause kann auch die Gesundheit beeinträchtigen. Mehr als 33 % klagen laut einer Forsa-Umfrage im Homeoffice über gesundheitliche Probleme wie Rückenschmerzen, Verspannungen oder Kopfschmerzen. Die Gründe sind vielfältig: Nicht ergonomische Arbeitsplätze zu Hause, eine mangelhafte IT-Ausstattung (z.B. zu kleine Bildschirme) oder längere und ungewohnte Arbeitszeiten.

Mediziner warnen vor den Folgen der Telearbeit

Schon länger warnen Mediziner vor negativen gesundheitlichen Folgen von Home Office. Die Menschen würden sich zu wenig bewegen, zu viel sitzen sowie zu viel Alkohol konsumieren und sich zu ungesund ernähren. Dadurch könnten Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Beschwerden am Bewegungsapparat zunehmen.

Homeoffice und psychische Gesundheit

Hinsichtlich der psychischen Gesundheit der Beschäftigten scheint sich die Telearbeit positiv auszuwirken: Fühlten sich vor der Pandemie 21 % der Beschäftigten regelmäßig gestresst, waren es während der Corona-Krise (laut DAK-Studie aus dem Sommer 2020) nur noch 15 %. Der Anteil der Erwerbstätigen, die nie oder nur gelegentlich gestresst waren, stieg von 48 auf 57 %.

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Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die Forschungsinstitute IGES und Forsa befragten dafür vor und während der Pandemie Beschäftigte. Von denen, die mittlerweile regelmäßig im Homeoffice arbeiten, sagten 56 %, sie seien bei der Heimarbeit produktiver als im Büro. Ca. 66 %  erklärten zudem, sie könnten Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren. Besonders die Gruppe der 30- bis 39-Jährigen nannten überdurchschnittlich häufig die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Vorteil der Heimarbeit (laut DAK-Studie). Auch das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung ist zu dem Ergebnis gekommen, dass mehr Homeoffice größere zeitliche Flexibilität und damit auch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedeutet.

Nachteile durch Home Office

Die Flexibilität von „remote arbeiten“ hat auch laut der DAK-Studie Nachteile: Fast 50 % der Beschäftigten vermissten laut der Studie die klare Trennung zwischen Berufs- und Privatleben. Bei den 18- bis 29-Jährigen bemängelte dies mehr als 50 % der Befragten. Ca 75 % fehlte zudem der direkte Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen. Eine Untersuchung der Universität Koblenz hat sogar ergeben, dass sich ca. 20 % im Homeoffice einsam und sozial isoliert fühle.

Entwicklung in den nächsten Jahren

Der Präsident der Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) Eric Schweitzer stellt fest: „Wir haben (…) gemerkt, dass wir vieles doch mobil erledigen können, was wir bis dahin nicht für denkbar gehalten haben.“ . „Allerdings dürfen wir uns nicht der Illusion hingeben, unser komplettes Wirtschaftsleben von Zuhause aus erledigen zu können.“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Die meisten Unternehmen lassen sich auf Dauer nicht vom Rechner aus steuern.“.

Fazit

Das Homeoffice wird wohl aufgrund vieler Vorzüge die Coronapandemie überdauern. Nach einer Befragung des Münchner Ifo-Instituts gehen auch 54 % der Unternehmen davon aus, dass dies Telearbeit dauerhaft zunimmt. Trotz aller Skepsis rechnet der DIHK-Präsident Schweitzer damit, dass sich die Arbeitswelt in diesem Bereich verändert: „Wir werden nicht wieder in die Zeit von vor Corona zurückkehren.“. Hinsichtlich der medizinischen Risiken, sind hohe volkswirtschaftliche Kosten und Belastungen für das Gesundheitswesen zu erwarten. Auch das Betriebliche Gesundheitsmanagement und die Angebote der Betrieblichen Gesundheitsförderung sollten sich auf diese Veränderung der Arbeitsformen zeitnah einstellen.

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