1. Mit dem Bedarf beginnen, nicht mit der Maßnahme
Eine naheliegende Versuchung besteht darin, mit dem Angebot zu starten:
Wir könnten einen Gesundheitstag veranstalten. Wir könnten Firmenfitness anbieten. Wir könnten einen Workshop zum Thema Stress organisieren.
Damit steht die Lösung allerdings bereits fest, bevor die eigentliche Frage gestellt wurde. Sinnvoller ist die umgekehrte Reihenfolge:
Wo besteht in unserem Unternehmen überhaupt gesundheitlicher Handlungsbedarf?
Dabei können je nach Unternehmen ganz unterschiedliche Themen relevant sein. Entscheidend ist zunächst nicht, möglichst viele Maßnahmen anzubieten, sondern den konkreten Bedarf der Organisation und ihrer Mitarbeitenden zu verstehen.
Für HR bedeutet das: Erst analysieren, dann auswählen.

2. Ein konkretes Ziel definieren
Auch eine attraktive Gesundheitsmaßnahme ist noch keine Gesundheitsstrategie. Deshalb sollte vor der Auswahl möglichst klar sein, was mit einer Maßnahme erreicht werden soll.
Ein Ziel schafft Orientierung. Es erleichtert die Auswahl geeigneter Maßnahmen und ermöglicht später auch die Frage, ob das beabsichtigte Ergebnis erreicht wurde.
Statt lediglich zu fragen:
Welche Gesundheitsangebote können wir unseren Mitarbeitenden anbieten?
wird die Fragestellung präziser:
Was möchten wir mit unseren Gesundheitsmaßnahmen konkret erreichen?
Diese Veränderung der Perspektive ist wichtig. Gesundheitsförderung wird damit von einer Sammlung einzelner Angebote zu einem zielgerichteten Prozess.
3. Die Zielgruppe genau betrachten
„Unsere Mitarbeitenden“ sind keine homogene Gruppe.
Arbeitsbedingungen, gesundheitliche Anforderungen und Möglichkeiten zur Teilnahme können sich innerhalb eines Unternehmens unterscheiden. Ein Angebot, das für eine Gruppe interessant und gut erreichbar ist, muss deshalb nicht automatisch für alle Beschäftigten gleichermaßen passen.
Bei der Auswahl von Gesundheitsmaßnahmen im Unternehmen sollte HR daher überlegen:
- Wen wollen wir erreichen?
- Welche Beschäftigtengruppen sind für das Thema besonders relevant?
- Wie gut lässt sich die Maßnahme in deren Arbeitsalltag integrieren?
- Welche möglichen Hürden gibt es für die Teilnahme?
Damit verschiebt sich die Perspektive von „Was können wir anbieten?“ zu „Was passt zu den Menschen, die wir erreichen möchten?“

4. Einzelmaßnahmen in einen größeren Zusammenhang stellen
Ein Gesundheitstag kann Impulse setzen. Firmenfitness kann Bewegungsmöglichkeiten schaffen. Ein Workshop kann Wissen und Anregungen vermitteln.
Für HR stellt sich jedoch noch eine zweite Frage:
Wie fügt sich diese einzelne Maßnahme in unser Gesamtkonzept ein?
Genau hier liegt ein wesentlicher Unterschied zwischen einer Ansammlung von Gesundheitsangeboten und einem strukturierten Vorgehen.
Eine einzelne Maßnahme kann sinnvoll sein. Noch interessanter wird sie, wenn nachvollziehbar ist,
- auf welchen Bedarf sie reagiert,
- welches Ziel sie verfolgt,
- welche Zielgruppe sie erreichen soll und
- was gegebenenfalls anschließend passiert.
So entsteht aus einzelnen Aktivitäten Schritt für Schritt ein Zusammenhang.
Für KörperManagement ist genau diese Perspektive wichtig: Im Betrieblichen KörperManagement betrachten wir Gesundheitsmaßnahmen nicht isoliert, sondern als Bestandteile eines systematischen Vorgehens.
5. Mitarbeitende nicht nur als Teilnehmende sehen
Ein Gesundheitsangebot kann fachlich interessant sein und trotzdem wenig Resonanz erzeugen. Deshalb sollte die Perspektive der Mitarbeitenden bereits bei der Auswahl berücksichtigt werden.
Eine hilfreiche Frage lautet:
Warum sollte eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter dieses Angebot nutzen?
Darauf sollte es eine verständliche Antwort geben.
Was hat das Angebot mit dem eigenen Arbeitsalltag zu tun? Welchen Nutzen können Beschäftigte darin erkennen? Ist verständlich, worum es geht? Ist eine Teilnahme organisatorisch realistisch?
HR betrachtet eine Gesundheitsmaßnahme aus Sicht des Unternehmens. Die Beschäftigten treffen ihre Teilnahmeentscheidung jedoch aus ihrer eigenen Perspektive. Eine gute Maßnahme sollte deshalb beide Perspektiven zusammenbringen.

6. Die Wirkung von Anfang an mitdenken
Die Auseinandersetzung mit einer Gesundheitsmaßnahme sollte nicht mit deren Durchführung enden. Bereits bei der Planung sollte deshalb eine weitere Frage berücksichtigt werden:
Woran erkennen wir, ob die Maßnahme das gewünschte Ziel erreicht hat?
Diese Frage führt zurück zu Punkt zwei. Ohne ein zuvor formuliertes Ziel lässt sich eine Maßnahme nur schwer sinnvoll beurteilen. Dabei geht es zunächst um einen Grundgedanken: Nicht allein die Durchführung einer Maßnahme ist interessant, sondern auch ihr Ergebnis. Dazu haben wir einen Artikel „BGF Wirkung messen: Einfache Evaluation für Unternehmen“ veröffentlicht.
Das macht Gesundheitsförderung für HR steuerbarer und liefert zugleich Erkenntnisse für zukünftige Entscheidungen:
- Was hat funktioniert?
- Was sollte verändert werden?
- Was wollen wir fortführen?
- Wo ist ein anderer Ansatz erforderlich?
So kann aus einzelnen Erfahrungen ein lernender Prozess entstehen.
7. Nicht fragen „Welche Maßnahme ist die beste?“, sondern „Was ist der nächste sinnvolle Schritt?“
Die Suche nach der besten Gesundheitsmaßnahme führt häufig in die falsche Richtung. Denn eine Maßnahme lässt sich nicht unabhängig von Bedarf, Zielgruppe, Zielen und betrieblichem Kontext bewerten.
Für Unternehmen ist deshalb eine andere Frage hilfreicher:
Was ist für unsere aktuelle Situation der nächste sinnvolle Schritt?
Das kann ein einzelner Impuls sein. Es kann aber ebenso bedeuten, zunächst genauer hinzusehen, vorhandene Maßnahmen zu überprüfen oder verschiedene Angebote stärker miteinander zu verbinden.
Damit wird betriebliche Gesundheitsförderung nicht automatisch größer oder komplizierter. Sie wird systematischer.

7 Fragen als kurzer HR-Check
Vor der Entscheidung für neue Gesundheitsmaßnahmen im Unternehmen können sich Personalverantwortliche deshalb sieben Fragen stellen:
- Bedarf: Welches konkrete gesundheitliche Thema wollen wir adressieren?
- Ziel: Was möchten wir mit der Maßnahme erreichen?
- Zielgruppe: Welche Mitarbeitenden wollen wir erreichen?
- Zusammenhang: Wie passt die Maßnahme zu unseren bestehenden Aktivitäten?
- Mitarbeitendenperspektive: Warum sollte das Angebot für Beschäftigte relevant sein?
- Ergebnis: Woran wollen wir erkennen, ob die Maßnahme sinnvoll war?
- Nächster Schritt: Wie geht es nach der Maßnahme weiter?
Wer diese Fragen beantworten kann, hat bereits eine bessere Entscheidungsgrundlage als bei der Auswahl allein nach Thema, Trend oder Attraktivität eines Angebots.
Von einzelnen Gesundheitsmaßnahmen zum Betrieblichen KörperManagement
Betriebliche Gesundheit entsteht nicht allein dadurch, dass möglichst viele Maßnahmen angeboten werden. Entscheidend ist, die für das Unternehmen passenden Ansatzpunkte zu identifizieren und Maßnahmen sinnvoll miteinander zu verbinden. Hier setzt unser Konzept des Betrieblichen KörperManagements an: Nicht die isolierte Einzelmaßnahme steht am Anfang, sondern die Frage, welcher Bedarf besteht und wie daraus ein strukturiertes Vorgehen entwickelt werden kann. So können aus einzelnen Gesundheitsmaßnahmen Bausteine einer nachvollziehbaren Gesundheitsstrategie werden.
Welche Gesundheitsmaßnahmen passen zu Ihrem Unternehmen?
Sie möchten herausfinden, welche Gesundheitsmaßnahmen zu Ihrem Unternehmen, Ihren Zielen und Ihren Mitarbeitenden passen? Dann sprechen Sie mit uns über Ihre Ausgangssituation und die nächsten sinnvollen Schritte für Ihr Betriebliches KörperManagement.