Ganzheitliches Gesundheitskonzept im Unternehmen: BGM, BGF und BKV strategisch verbinden

Ein Beitrag von Alexander Gimbel
Ganzheitliches Gesundheitskonzept im Unternehmen – Analyse von Gesundheitskennzahlen

Warum ein ganzheitliches Gesundheitskonzept im Unternehmen heute entscheidend ist

Gesundheit ist längst kein Randthema mehr im Unternehmen. Sie ist ein wirtschaftlicher Faktor und zunehmend eine strategische Führungsaufgabe.

Steigende Fehlzeiten, längere Krankheitsverläufe, Fachkräftemangel und eine alternde Belegschaft verändern die Rahmenbedingungen spürbar. Gleichzeitig wächst der Anspruch an Arbeitgeber, nicht nur sichere Arbeitsplätze zu bieten, sondern aktiv zur Gesunderhaltung ihrer Mitarbeitenden beizutragen.

Vor diesem Hintergrund reicht es nicht mehr aus, punktuelle Maßnahmen umzusetzen oder einzelne Angebote bereitzustellen. Wer Gesundheit ausschließlich als Kursprogramm oder Zusatzleistung versteht, greift zu kurz.

Unternehmen stehen heute vor einer grundlegenden Frage:
Wie lässt sich Arbeitsfähigkeit systematisch sichern – organisatorisch, präventiv und im Krankheitsfall?

Ein tragfähiges Gesundheitskonzept bewegt sich dabei auf drei Ebenen:

  • der strukturellen Ebene (Betriebliches Gesundheitsmanagement),
  • der operativen Maßnahmenebene (Betriebliche Gesundheitsförderung / Gesundheitsdienstleistungen)
  • sowie der Versorgungsebene im Krankheitsfall (Betriebliche Krankenversicherung).

Erst das Zusammenspiel dieser Bausteine ermöglicht eine konsistente Gesundheitsstrategie.

Warum Einzelmaßnahmen nicht ausreichen

Viele Unternehmen starten mit einem Gesundheitstag oder einzelnen Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung: einem Yogakurs oder einem Rückenfit-Kurs. Das ist sinnvoll – aber häufig isoliert.

Typische Herausforderungen:

  • Maßnahmen sind nicht auf reale Belastungen abgestimmt
  • Es fehlt eine Analyse der Ausgangssituation
  • Ergebnisse werden nicht systematisch ausgewertet
  • Prävention und Versorgung sind voneinander getrennt

Das führt dazu, dass Gesundheitsangebote zwar gut gemeint sind, aber keine nachhaltige Wirkung auf Fehlzeiten, Motivation oder Arbeitsfähigkeit entfalten.

Gesundheit braucht Struktur. Und Struktur braucht Strategie.

Die drei Ebenen eines ganzheitlichen Gesundheitskonzepts

1. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) – gesund bleiben

BGM ist die Organisationsebene.

Es geht nicht primär um Kurse oder Aktionen, sondern um einen systematischen Steuerungsprozess. Ziel ist es, Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass Belastungen reduziert und Ressourcen gestärkt werden.

Typische Elemente des BGM:

  • Analyse von Belastungen und Ressourcen
  • Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen
  • Erhebung von Fehlzeitenstrukturen
  • Mitarbeiterbefragungen
  • Ableitung strategischer Ziele
  • Integration in HR- und Führungsprozesse

BGM beantwortet die Frage:
Wo stehen wir als Organisation und wo liegen unsere gesundheitlichen Risiken und Potenziale?

Ohne diese Analyse bleibt jede Maßnahme zufällig (siehe Betriebliches KörperManagement).

Strategiemeeting zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement im Unternehmen

2. Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) / Gesundheitsdienstleistungen – gesund leben

BGF ist die Maßnahmenebene.

Hier werden konkrete Maßnahmen umgesetzt, die Mitarbeitende unmittelbar erleben können.

Beispiele:

  • Ergonomie-Analysen am Arbeitsplatz
  • Home Office Health Checks
  • Bewegungsprogramme und Aktive Pausen
  • Workshops zu Stressbewältigung und Resilienz
  • Schlaf- und Regenerationsformate
  • Diagnostische Angebote wie Körperanalyse oder Stressmessung

Ergonomischer Arbeitsplatz im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung im Unternehmen

Ziel ist es, Gesundheitskompetenz zu stärken und individuelle Risiken zu reduzieren.

Wichtig ist jedoch: BGF entfaltet ihre Wirkung erst dann vollständig, wenn sie auf den Ergebnissen des BGM basiert. Nur dann sind Maßnahmen bedarfsorientiert statt beliebig. Hier unser Artikel Betriebliches Gesundheitsmanagement und Betriebliche Gesundheitsförderung zur ersten Orientierung kompakt erklärt.

3. Betriebliche Krankenversicherung (BKV) – gesund werden

Die BKV ist die Versorgungsebene.

Auch bei optimaler Prävention wird es Krankheitsfälle geben. Hier entscheidet sich, wie schnell Mitarbeitende wieder arbeitsfähig sind und wie hochwertig sie versorgt werden.

Eine betriebliche Krankenversicherung kann:

  • den Zugang zu Fachärzten erleichtern
  • zusätzliche Leistungen im ambulanten und zahnmedizinischen Bereich ermöglichen
  • digitale Arztbesuche integrieren
  • Terminservices anbieten
  • Familienangehörige optional einbinden

Für Unternehmen bedeutet das:

  • höhere Arbeitgeberattraktivität
  • stärkere Mitarbeiterbindung
  • potenziell verkürzte Ausfallzeiten
  • sichtbares Engagement für Gesundheit

Die BKV ersetzt keine Prävention – sie ergänzt sie sinnvoll.

Beratung zur betrieblichen Krankenversicherung im Unternehmen

Das integrierte Modell: Struktur, Maßnahmen und Absicherung verzahnen

Erst wenn BGM, BGF und BKV aufeinander abgestimmt sind, entsteht ein konsistentes Gesundheitskonzept:

  • BGM schafft Transparenz und strategische Ausrichtung.
  • BGF setzt konkrete, bedarfsorientierte Maßnahmen um.
  • BKV sichert Mitarbeitende im Krankheitsfall hochwertig ab.

Diese Verzahnung ermöglicht:

  • eine fundierte Maßnahmenplanung
  • eine höhere Akzeptanz in der Belegschaft
  • eine klare Positionierung als gesundheitsorientierter Arbeitgeber
  • eine systematische Sicherung der Arbeitsfähigkeit

In der Praxis zeigt sich, dass Unternehmen besonders profitieren, wenn diese Ebenen nicht von unterschiedlichen, unkoordinierten Anbietern gesteuert werden, sondern konzeptionell miteinander verbunden sind.

Genau hier setzt ein integrierter Ansatz an, bei dem strategische Beratung, operative Gesundheitsmaßnahmen und ergänzende Versicherungsbausteine abgestimmt geplant werden.

Gesundheit als Wettbewerbsvorteil

Teamarbeit im Rahmen einer ganzheitlichen Gesundheitsstrategie im Unternehmen

Ein ganzheitliches Gesundheitskonzept wirkt auf mehreren Ebenen:

Betriebswirtschaftlich

  • Reduktion krankheitsbedingter Ausfälle
  • Stabilisierung der Arbeitsfähigkeit
  • Senkung indirekter Kosten durch Produktivitätsverluste

Arbeitgeberattraktivität

  • Differenzierung im Wettbewerb um Fachkräfte
  • Signalwirkung nach innen und außen
  • Stärkung der Mitarbeiterbindung

Unternehmenskultur

  • Gesundheitsbewusstsein wird Teil der Führungskultur
  • Prävention wird selbstverständlich
  • Verantwortung wird sichtbar übernommen

Gesundheit wird damit vom „Begleitprogramm“ zur strategischen Investition.

Fazit: Arbeitsfähigkeit ist planbar

Ein ganzheitliches Gesundheitskonzept im Unternehmen ist kein Zusatzangebot, sondern eine strategische Investition. Unternehmen, die Gesundheit strukturiert denken, handeln nicht reaktiv, sondern strategisch.

Ein ganzheitliches Gesundheitskonzept verbindet:

  • Analyse und Steuerung (BGM)
  • konkrete Maßnahmen (BGF / Gesundheitsdienstleistungen)
  • ergänzende medizinische Versorgung (BKV)

So entsteht ein System, das Prävention, Struktur und Absicherung miteinander vereint.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht: Bieten wir Gesundheitsmaßnahmen an? Sondern: Ist unsere Gesundheitsstrategie konsistent, integriert und langfristig ausgerichtet?

Wer diese Frage klar beantworten kann, schafft die Grundlage für nachhaltige Arbeitsfähigkeit – und damit für unternehmerischen Erfolg.

Häufige Fragen zum ganzheitlichen Gesundheitskonzept im Unternehmen

Was ist ein ganzheitliches Gesundheitskonzept im Unternehmen?

Ein ganzheitliches Gesundheitskonzept verbindet Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) und Betriebliche Krankenversicherung (BKV). Ziel ist es, Arbeitsfähigkeit systematisch zu sichern – durch strukturelle Maßnahmen, präventive Angebote und hochwertige Versorgung im Krankheitsfall.

Was ist der Unterschied zwischen BGM und BGF?

BGM ist die strategische Organisationsebene. Es analysiert Belastungen, definiert Ziele und integriert Gesundheit in Unternehmensprozesse. BGF ist die operative Maßnahmenebene, auf der konkrete Angebote wie Ergonomie, Bewegung oder Stressbewältigung umgesetzt werden.

Ist eine betriebliche Krankenversicherung Teil des Gesundheitsmanagements?

Die betriebliche Krankenversicherung (BKV) ergänzt das Gesundheitsmanagement. Während BGM und BGF auf Prävention und Struktur abzielen, verbessert die BKV die medizinische Versorgung im Krankheitsfall und kann Ausfallzeiten verkürzen.

Warum reichen einzelne Gesundheitsmaßnahmen nicht aus?

Einzelmaßnahmen entfalten nur begrenzte Wirkung, wenn sie nicht auf einer strukturellen Analyse basieren. Erst das Zusammenspiel aus BGM, BGF und BKV ermöglicht eine nachhaltige Sicherung der Arbeitsfähigkeit.

Wie profitieren Unternehmen von einem ganzheitlichen Gesundheitskonzept?

Unternehmen profitieren durch geringere Fehlzeiten, höhere Arbeitgeberattraktivität, stärkere Mitarbeiterbindung und eine langfristige Sicherung der Arbeitsfähigkeit.

Möchten Sie BGM, BGF und BKV in Ihrem Unternehmen strukturiert verbinden? Dann lassen Sie uns ins Gespräch kommen.

Zum Autor

Ich bin Diplom-Sportökonom (Studium der Sportwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth) und Geschäftsführer der KörperManagement KG (Personal Training und Betriebliche Gesundheitsförderung). Seit über 30 Jahren begleite ich Unternehmen und Privatpersonen in den Bereichen Ergonomie, Bewegung, Stressmanagement, Resilienz, Regeneration sowie Ernährung. Mein Fokus liegt auf praxisnahen, wissenschaftlich fundierten Gesundheitskonzepten zur Stärkung von Arbeitsfähigkeit und Gesundheitskompetenz im Berufsalltag.

Widerrufsbelehrung

Ich stimme zu und verlange ausdrücklich, dass Sie vor Ablauf der Widerrufsfrist mit der Ausführung des Vertrages beginnen. Mir ist bekannt, dass ich dadurch bei Downloadprodukten und digitalen Inhalten mit Beginn der Ausführung des Vertrages und bei Dienstleistungen bei vollständiger Erfüllung des Vertrages mein Widerrufsrecht verliere.

GESUNDHEITLICHE NUTZUNGSBEDINGUNGEN

Für Fitness- und Faszienkurse:

Mir ist bekannt, dass sich dieser Kurs an Erwachsene, bei denen keine Einwände gegen eine körperliche Betätigung sprechen, richtet. Ich bestätige, dass bei mir keine behandlungsbedürftigen Erkrankungen vorliegen bzw. ich diesbezüglich Rücksprache mit meinem Arzt gehalten habe.

Für Autogenes Training:

Mir ist bekannt, dass sich dieser Kurs an Erwachsene, bei denen keine Einwände gegen Autogenes Training sprechen, richtet. Ich bestätige, dass bei mir keine behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankungen vorliegen bzw. ich diesbezüglich Rücksprache mit meinem Arzt gehalten habe. Mir ist bewusst, dass die Teilnahme am Kurs auf eigene Gefahr erfolgt.